Altersarmut

Viele Rentner in Deutschland haben Angst vor Altersarmut – besonders dann, wenn sie sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen haben. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag eines großen Versicherers.

Wer 45 Jahre lang gearbeitet hat, erwartet im Alter oft eine solide Rente. Doch die Realität sieht anders aus: Mehr als jeder vierte Rentner in Deutschland bekommt trotz dieser langen Versicherungszeit weniger als 1.300 Euro im Monat. Im Schnitt liegt die gesetzliche Rente bei 1.668 Euro – für Männer meist höher, für Frauen deutlich niedriger. Das geht aus aktuellen Zahlen des Bundesarbeitsministeriums hervor.

Der Grundrentenzuschlag (Grundrente) wurde „erfolgreich eingeführt“ wie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, betonen. Wieviele Rentner den Zuschlag bekommen und wie hoch er im Durchschnitt ist.

Ein aktueller Rechtsstreit verdeutlicht, auf welche Einschränkungen man sich gefasst machen muss, wenn man Grundsicherung im Alter erhält. Selbst Geld- und Sachgeschenke, die Bedürftigen zum Geburtstag geschenkt werden, kann das Sozialamt nämlich auf die Bezüge anrechnen. Das musste ein Rentner erfahren, der zum 70. Geburtstag von den Verwandten Geld für ein E-Bike bekam.

Auch im Jahr 2018 ist die Zahl der Menschen, die auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angewiesen sind, erneut gestiegen. Das belegen jüngst veröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Auch wenn grundsätzlich keine Panik angebracht ist, zeigen sie erneut: Man sollte zusätzliche private Vorsorge nicht vernachlässigen.

Deutsche Rentner können sich voraussichtlich auf eine weitere Erhöhung ihrer Altersbezüge freuen: Die Renten könnten im kommenden Jahr um 3,09 Prozent im Westen und im Osten der Republik um 3,23 Prozent steigen. Doch bei all den Jubelmeldungen sollte man nicht vernachlässigen, dass zukünftigen Generationen Altersarmut drohen könnte, wenn sie sich allein auf die gesetzliche Rente verlassen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin warnt aktuell vor dem Risiko steigender Altersarmut. Und besonders die Zahlen für Ostdeutschland sind drastisch. Während das Armutsrisiko bis zum Jahr 2036 im Westen von derzeit 15 auf dann 17 Prozent wachse, erhöht sich das Risiko im Osten, nur ein Alter in Armut verbringen zu können, von aktuell 21 auf dann 36 Prozent.

Die Deutschen investieren ihr Geld lieber in den Urlaub als in eine Altersvorsorge! Was klingen mag wie ein Vorurteil, ist jetzt anhand einer repräsentativen forsa-Umfrage zum Teil bestätigt. Werden die Anleger vor die Wahl gestellt, für den Urlaub oder die private Altersvorsorge zu sparen, entscheiden sich 57 Prozent der Verbraucher für den Urlaub und nur 36 Prozent für die Altersvorsorge, so ergab die Befragung.

Aus einer kleinen Anfrage der Partei Bündnis 90/Die Grünen geht erneut hervor, dass die Riester-Sparer bares Geld verschenken. Demnach schöpfen nur 6,7 Millionen Altersvorsorge-Sparer den Zulagenanspruch voll oder nahezu voll aus. Mit anderen Worten: fast 10 Millionen Riester-Sparer nehmen nicht die staatlichen Zuschüsse in Anspruch, die ihnen laut Gesetz zustehen! ...

Emsige Rentner: Der Anteil der Arbeitnehmer, der zwischen 65 und 70 Jahren alt ist, stieg in den vergangenen 16 Jahren deutschlandweit um fünfzig Prozent an. Das bedeutet konkret, dass sich heute innerhalb dieser Altersgruppe noch jeder Sechste in einem Arbeitsverhältnis befindet. Die Gründe dafür sind vielfältig. ...